Sonntag, 16. Januar 2022

Kannibalen in Hamburg? :-) :-) :-)

 

Liebe Leute, 

das ist im Dezember im Hamburg passiert:


Ein Mann am Telefon.
Foto: Tim Parkinson/ Wikimedia/CC/by/2.0


Ein Mann hat bei der Polizei angerufen.

Er hat gesagt:


"Ich bin gerade auf Ebay.

Da ist eine Anzeige aus Hamburg.

Jemand verkauft dort Menschen·fleisch!"


Die Polizisten sahen auf Ebay nach.

Es stimmte!

Sie waren alarmiert.


Sie besorgten sich einen Durchsuchungs·befehl.

Das dauert sonst lange.

Aber diesmal ging es schnell.


Dann zogen die Polizisten schuss·sichere Westen an.

Sie nahmen ihre Waffen mit

und fuhren zu der Adresse, die auf Ebay angegeben war.



Ein Polizeiauto (das Polizeiuto, -s) in Hamburg.
Foto: Kalle Schmitz/ Wikimedia/ CC/by-sa/4.0


Sie klingelten an der Türe.

Sie waren auf das Schlimmste gefasst.


Eine Frau öffnete.

Sie war sehr überrascht.

Sie sagte:

Es stimmt, ich habe eine Anzeige auf Ebay aufgegeben.

Aber - ich verkaufe kein Menschenfleisch!

Ich verkaufe Hähnchen·fleisch.


Die Polizisten sagten:

Zeigen Sie uns das Fleisch!

Die Frau öffnete den Kühlschrank.

Richtig. Es war Hähnchenfleisch.


Dann sagte die Frau:

Ich glaube, ich weiß, wie das passiert ist:

Ich habe meine Anzeige per Sprach·eingabe aufgegeben.

Als ich fertig war, habe ich sie nicht mehr durchgelesen.

Der Sprach·assistent hat mich wohl falsch verstanden...


Wortliste

der Kannibale, -n = Mensch. Er isst andere Menschen.

auf Ebay sein [sprich: Ibäi] = auf Ebay etwas suchen / Angebote auf Ebay anschauen.

larmiert = so, dass man sich plötzlich große Sorgen macht.

sich etwas besrgen = etwas holen / dafür sorgen, dass man etwas bekommt.

der Durchsuchungsbefehl, -e = Offizielles Papier. Darauf steht: Die Polizei darf in diese private Wohnung gehen und dort nachsehen.

snst = (hier:) zu anderen Zeiten / normalerweise / meistens.

schsssicher = so, dass Kugeln von einer Waffe nicht durch gehen.

die Wste, -n = Kleidungsstück für den Oberkörper.

die Wffe, -n = Gerät, mit dem man Menschen oder Tiere verletzen oder töten kann. 

(die Adresse) ngeben, gan, ngegeben = (hier:) schreiben oder sagen, wo es ist.

auf das Schlmmste gefsst sein = etwas sehr Schlechtes erwarten / denken, dass etwas sehr Schlechtes passieren kann.

das Hähnchen, - = männliches Huhn. 

die nzeige, -n = Nachricht. Darin steht, dass man etwas verkauft oder etwas sucht.

(eine Anzeige) aufgeben, gab auf, aufgegeben = eine Nachricht in das Internet oder in die Zeitung schreiben. 

pr = mit der Hilfe von / durch (die Frau hat zum Schreiben die Spracheingabe benutzt)

die Spracheingabe, -n = Man spricht eine Nachricht und das Smartphone schreibt sie auf.

der Sprachassistnt, -en = Funktion am Smartphone. Sie schreibt auf, was man spricht.

die Autokorrektur, -en = Fuktion am Smartphone. Sie verbessert Wörter, die man falsch geschrieben hat.


Liebe Leute, 

haben Sie das auch schon einmal erlebt?

Hat ihre Spracheingabe Unsinn aufgeschrieben?

Oder hat ihre Autokorrektur Fehler gemacht?

Erzählen Sie!

Und hinterlassen Sie gerne einen Kommentar.

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Samstag, 1. Januar 2022

"... und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne..."


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das neue Jahr ist da!
Ich wünsche Ihnen einen guten Anfang!
Ihre 
Susanne Knödel 



Und hier kommt ein schönes Gedicht über den Anfang:


Ein Winter·morgen bei der Stadt Donaueschingen.
Foto Heinz Bunse / Wikimedia / CC/by-sa/2.0



... jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ...

Dieser Satz steht an Neujahr oft in der Zeitung.
Er bedeutet:
In jedem Anfang wohnt ein Zauber.
oder
Jeder Anfang hat eine Magie. 


Der Satz kommt aus dem Gedicht "Stufen".
Hermann Hesse hat es geschrieben.
Hẹrmann Hẹsse

Das Gedicht beginnt so:

Wie jede Blüte welkt,
und jede Jugend dem Alter weicht, 
blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit
und darf nicht ewig dauern.

 

Also:
Jede Blume verwelkt.
Junge Leute werden alt.
So blüht und verwelkt jede Zeit im Leben.
Auch unser Wissen veraltet.
Manche Gewohnheiten waren gestern gut für uns:
sie waren Tugenden.
Aber heute passen sie nicht mehr.
Alles hat seine Zeit.
Nichts kann immer so bleiben, wie es ist.


Danach erzählt das Gedicht:

Das Leben ruft uns immer wieder:
"Das Alte ist vorbei.
Fang neu an!"
Dann muss unser Herz tapfer sein.
Es muss Abschied nehmen 
und neu anfangen.

Wir sollen deswegen nicht traurig sein,
denn 
... jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt, und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter von Raum zu Raum gehen.
Nie sollen wir denken:
Dieser Raum ist meine Heimat.
Denn wenn wir zu lange dort bleiben,
dann werden wir müde.
Aber das Leben will uns nicht fesseln.
Er will uns von Stufe zu Stufe immer höher heben.

Vielleicht wird sogar unsere letzte Stunde ein Anfang sein.
Vielleicht gehen wir dann wieder in einen neuen Raum
und fangen neu an.
Das Leben wird uns immer wieder rufen.
Herz, habe Mut und geh los!
Nimm Abschied, und werde gesund.

Wohlan denn, Herz! Nimm Abschied und gesunde!


Wortliste
der Zauber, - = (hier:) etwas, das eine Sache gut und interessant aussehen lässt.
die Magie = eine geheimnisvolle Kraft, die Menschen oder Dinge plötzlich verändern kann.
die Stufe, -n = Teil von einer Treppe / Ding, auf dem man nach oben steigen kann.
wlken = (Pflanze/Blume) trocken werden.
verwlken = trocken werden und sterben.
die Weisheit, -en = Klugheit, die aus Erfahrung kommt.
weichen = Platz machen / weg gehen.
die Tugend, -en = die gute Gewohnheit.
ewig = so, dass es nie aufhört.
verlten = nicht mehr modern sein / nicht mehr in die Zeit passen
das Hrz, - en = 💗
tpfer = so, dass man keine Angst hat / mutig
Wohln denn! (oder nur: Wohln!) = (altes Deutsch) fang an! / Lass uns anfangen. Kommt von  "wohl" (gut) und "An(fang)".
bschied nehmen, nahm bschied, bschied genmmen = "Auf Wiedersehen" sagen und weg gehen.
beschützen = machen, das jemand sicher leben kann.
der uns hlft, zu leben = der uns beim Leben hilft / der uns hilft, dass wir unser Leben gut schaffen.
heiter = froh / in guter Stimmung
die Heimat, -en = Ort, wo man sich zuhause fühlt.
fsseln = jemanden fest binden, so dass er nicht weg gehen kann.
mmer höher = höher und höher
heben = etwas in der Hand halten und nach oben bewegen.
gesnden = gesund werden / nicht mehr krank sein.



Das Gedicht "Stufen"


Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde! 
 
Herrmann Hesse 
 (1941)
 


Und hier sind zwei Übersetzungen
englisch
http://myweb.dal.ca/waue/Trans/Hesse-Stufen.html 
 
französisch:
http://sharingmeanscaring.blogspot.de/2007/02/original-deutsch-then-english-and.html 
 


Wortliste
bei jedem Lebens·ruf(e) = jedes Mal, wenn das Leben ruft.
der Neu·beginn, -e = der neue Anfang.
die Bndung, -en = die Beziehung zu einem Menschen / (hier:) die Aufgaben.
durchschreiten, schrtt durch, durchgeschrtten = durch (etwas) gehen.
an etwas hängen (hing, gehngen) = etwas nicht verlassen wollen / ohne etwas nicht gut leben können.
der Wlt·geist = der Sinn vom Leben / das Universum.
ngen = (altes Deutsch) enger machen / Raum wegnehmen.
weiten = weiter machen / Raum geben.
Stuf´ um Stufe = Stufe um Stufe = eine Stufe nach der anderen, immer mehr.
heimisch = zuhause.
der Lebens·kreis = die eigene Umgebung und die Menschen, mit denen man lebt.
traulich = (altes Deutsch) vertraut / so dass man es gut kennt und sich damit gut fühlt.
eingewohnt = eingewöhnt / an etwas gewöhnt.
drohen = sagen, dass man etwas Schlimmes tun wird / (schlechte Sache) passieren können.
erschlffen = müde werden und keine Kraft mehr haben.
das rschlffen = (Substantiv von:) erschlaffen.
bereit sein (zu etwas)= etwas tun wollen.
der Aufbruch = das Losgehen.
lähmen = machen, dass jemand sich nicht mehr bewegen kann.
sich entrffen = (altes Deutsch) sich entschließen, das man etwas nicht mehr tun will / sich entschließen, das man einen Ort verlassen will.
entgegen·senden = zu jemandem schicken, der sich nähert.
des Lebens Ruf = der Ruf von dem Leben.


 

Herrmann Hesse und das Gedicht "Stufen"


Der Autor Hermann Hesse (1877-1962)
Fotograf:in unbekannt / Wikimedia / CC/by-sa/3.0



 
Hermann Hesse kam aus einer Familie von Missionaren.
Aber er selbst interessierte sich mehr für den Buddhismus
und für die indische Philosophie.
Als die Nazis in Deutschland regierten, ging er in die Schweiz.
Dort half er Flüchtlingen aus Deutschland bei ihrem Neuanfang.
In dieser Zeit hat er das Gedicht "Stufen" geschrieben.



Wortliste
der Mssionar, -e = Person, die in ein anderes Land geht und dort die christliche Religion lehrt.
der Buddhịsmus (nur Singular) = die Lehre von Buddha Siddharta Gautama.
die Philosophie, -n = die Gedankenwelt / Lehren, die die Welt erklären, aber keine Religion sind.
die Nazis = die Leute von Adolf Hitler.
regieren = ein Land leiten / in einem Land sagen, was die Leute tun und wie sie leben sollen.
der Flüchtling, -e = Person. Sie kann in ihrem Land nicht mehr sicher leben und geht deshalb in ein anderes Land.


Liebe Leute, 
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