Sonntag, 16. Januar 2022

Kannibalen in Hamburg? :-) :-) :-)

 

Liebe Leute, 

das ist im Dezember im Hamburg passiert:


Ein Mann am Telefon.
Foto: Tim Parkinson/ Wikimedia/CC/by/2.0


Ein Mann hat bei der Polizei angerufen.

Er hat gesagt:


"Ich bin gerade auf Ebay.

Da ist eine Anzeige aus Hamburg.

Jemand verkauft dort Menschen·fleisch!"


Die Polizisten sahen auf Ebay nach.

Es stimmte!

Sie waren alarmiert.


Sie besorgten sich einen Durchsuchungs·befehl.

Das dauert sonst lange.

Aber diesmal ging es schnell.


Dann zogen die Polizisten schuss·sichere Westen an.

Sie nahmen ihre Waffen mit

und fuhren zu der Adresse, die auf Ebay angegeben war.



Ein Polizeiauto (das Polizeiuto, -s) in Hamburg.
Foto: Kalle Schmitz/ Wikimedia/ CC/by-sa/4.0


Sie klingelten an der Türe.

Sie waren auf das Schlimmste gefasst.


Eine Frau öffnete.

Sie war sehr überrascht.

Sie sagte:

Es stimmt, ich habe eine Anzeige auf Ebay aufgegeben.

Aber - ich verkaufe kein Menschenfleisch!

Ich verkaufe Hähnchen·fleisch.


Die Polizisten sagten:

Zeigen Sie uns das Fleisch!

Die Frau öffnete den Kühlschrank.

Richtig. Es war Hähnchenfleisch.


Dann sagte die Frau:

Ich glaube, ich weiß, wie das passiert ist:

Ich habe meine Anzeige per Sprach·eingabe aufgegeben.

Als ich fertig war, habe ich sie nicht mehr durchgelesen.

Der Sprach·assistent hat mich wohl falsch verstanden...


Wortliste

der Kannibale, -n = Mensch. Er isst andere Menschen.

auf Ebay sein [sprich: Ibäi] = auf Ebay etwas suchen / Angebote auf Ebay anschauen.

larmiert = so, dass man sich plötzlich große Sorgen macht.

sich etwas besrgen = etwas holen / dafür sorgen, dass man etwas bekommt.

der Durchsuchungsbefehl, -e = Offizielles Papier. Darauf steht: Die Polizei darf in diese private Wohnung gehen und dort nachsehen.

snst = (hier:) zu anderen Zeiten / normalerweise / meistens.

schsssicher = so, dass Kugeln von einer Waffe nicht durch gehen.

die Wste, -n = Kleidungsstück für den Oberkörper.

die Wffe, -n = Gerät, mit dem man Menschen oder Tiere verletzen oder töten kann. 

(die Adresse) ngeben, gan, ngegeben = (hier:) schreiben oder sagen, wo es ist.

auf das Schlmmste gefsst sein = etwas sehr Schlechtes erwarten / denken, dass etwas sehr Schlechtes passieren kann.

das Hähnchen, - = männliches Huhn. 

die nzeige, -n = Nachricht. Darin steht, dass man etwas verkauft oder etwas sucht.

(eine Anzeige) aufgeben, gab auf, aufgegeben = eine Nachricht in das Internet oder in die Zeitung schreiben. 

pr = mit der Hilfe von / durch (die Frau hat zum Schreiben die Spracheingabe benutzt)

die Spracheingabe, -n = Man spricht eine Nachricht und das Smartphone schreibt sie auf.

der Sprachassistnt, -en = Funktion am Smartphone. Sie schreibt auf, was man spricht.

die Autokorrektur, -en = Fuktion am Smartphone. Sie verbessert Wörter, die man falsch geschrieben hat.


Liebe Leute, 

haben Sie das auch schon einmal erlebt?

Hat ihre Spracheingabe Unsinn aufgeschrieben?

Oder hat ihre Autokorrektur Fehler gemacht?

Erzählen Sie!

Und hinterlassen Sie gerne einen Kommentar.

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Samstag, 1. Januar 2022

"... und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne..."


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das neue Jahr ist da!
Ich wünsche Ihnen einen guten Anfang!
Ihre 
Susanne Knödel 



Und hier kommt ein schönes Gedicht über den Anfang:


Ein Winter·morgen bei der Stadt Donaueschingen.
Foto Heinz Bunse / Wikimedia / CC/by-sa/2.0



... jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ...

Dieser Satz steht an Neujahr oft in der Zeitung.
Er bedeutet:
In jedem Anfang wohnt ein Zauber.
oder
Jeder Anfang hat eine Magie. 


Der Satz kommt aus dem Gedicht "Stufen".
Hermann Hesse hat es geschrieben.
Hẹrmann Hẹsse

Das Gedicht beginnt so:

Wie jede Blüte welkt,
und jede Jugend dem Alter weicht, 
blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit
und darf nicht ewig dauern.

 

Also:
Jede Blume verwelkt.
Junge Leute werden alt.
So blüht und verwelkt jede Zeit im Leben.
Auch unser Wissen veraltet.
Manche Gewohnheiten waren gestern gut für uns:
sie waren Tugenden.
Aber heute passen sie nicht mehr.
Alles hat seine Zeit.
Nichts kann immer so bleiben, wie es ist.


Danach erzählt das Gedicht:

Das Leben ruft uns immer wieder:
"Das Alte ist vorbei.
Fang neu an!"
Dann muss unser Herz tapfer sein.
Es muss Abschied nehmen 
und neu anfangen.

Wir sollen deswegen nicht traurig sein,
denn 
... jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt, und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter von Raum zu Raum gehen.
Nie sollen wir denken:
Dieser Raum ist meine Heimat.
Denn wenn wir zu lange dort bleiben,
dann werden wir müde.
Aber das Leben will uns nicht fesseln.
Er will uns von Stufe zu Stufe immer höher heben.

Vielleicht wird sogar unsere letzte Stunde ein Anfang sein.
Vielleicht gehen wir dann wieder in einen neuen Raum
und fangen neu an.
Das Leben wird uns immer wieder rufen.
Herz, habe Mut und geh los!
Nimm Abschied, und werde gesund.

Wohlan denn, Herz! Nimm Abschied und gesunde!


Wortliste
der Zauber, - = (hier:) etwas, das eine Sache gut und interessant aussehen lässt.
die Magie = eine geheimnisvolle Kraft, die Menschen oder Dinge plötzlich verändern kann.
die Stufe, -n = Teil von einer Treppe / Ding, auf dem man nach oben steigen kann.
wlken = (Pflanze/Blume) trocken werden.
verwlken = trocken werden und sterben.
die Weisheit, -en = Klugheit, die aus Erfahrung kommt.
weichen = Platz machen / weg gehen.
die Tugend, -en = die gute Gewohnheit.
ewig = so, dass es nie aufhört.
verlten = nicht mehr modern sein / nicht mehr in die Zeit passen
das Hrz, - en = 💗
tpfer = so, dass man keine Angst hat / mutig
Wohln denn! (oder nur: Wohln!) = (altes Deutsch) fang an! / Lass uns anfangen. Kommt von  "wohl" (gut) und "An(fang)".
bschied nehmen, nahm bschied, bschied genmmen = "Auf Wiedersehen" sagen und weg gehen.
beschützen = machen, das jemand sicher leben kann.
der uns hlft, zu leben = der uns beim Leben hilft / der uns hilft, dass wir unser Leben gut schaffen.
heiter = froh / in guter Stimmung
die Heimat, -en = Ort, wo man sich zuhause fühlt.
fsseln = jemanden fest binden, so dass er nicht weg gehen kann.
mmer höher = höher und höher
heben = etwas in der Hand halten und nach oben bewegen.
gesnden = gesund werden / nicht mehr krank sein.



Das Gedicht "Stufen"


Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde! 
 
Herrmann Hesse 
 (1941)
 


Und hier sind zwei Übersetzungen
englisch
http://myweb.dal.ca/waue/Trans/Hesse-Stufen.html 
 
französisch:
http://sharingmeanscaring.blogspot.de/2007/02/original-deutsch-then-english-and.html 
 


Wortliste
bei jedem Lebens·ruf(e) = jedes Mal, wenn das Leben ruft.
der Neu·beginn, -e = der neue Anfang.
die Bndung, -en = die Beziehung zu einem Menschen / (hier:) die Aufgaben.
durchschreiten, schrtt durch, durchgeschrtten = durch (etwas) gehen.
an etwas hängen (hing, gehngen) = etwas nicht verlassen wollen / ohne etwas nicht gut leben können.
der Wlt·geist = der Sinn vom Leben / das Universum.
ngen = (altes Deutsch) enger machen / Raum wegnehmen.
weiten = weiter machen / Raum geben.
Stuf´ um Stufe = Stufe um Stufe = eine Stufe nach der anderen, immer mehr.
heimisch = zuhause.
der Lebens·kreis = die eigene Umgebung und die Menschen, mit denen man lebt.
traulich = (altes Deutsch) vertraut / so dass man es gut kennt und sich damit gut fühlt.
eingewohnt = eingewöhnt / an etwas gewöhnt.
drohen = sagen, dass man etwas Schlimmes tun wird / (schlechte Sache) passieren können.
erschlffen = müde werden und keine Kraft mehr haben.
das rschlffen = (Substantiv von:) erschlaffen.
bereit sein (zu etwas)= etwas tun wollen.
der Aufbruch = das Losgehen.
lähmen = machen, dass jemand sich nicht mehr bewegen kann.
sich entrffen = (altes Deutsch) sich entschließen, das man etwas nicht mehr tun will / sich entschließen, das man einen Ort verlassen will.
entgegen·senden = zu jemandem schicken, der sich nähert.
des Lebens Ruf = der Ruf von dem Leben.


 

Herrmann Hesse und das Gedicht "Stufen"


Der Autor Hermann Hesse (1877-1962)
Fotograf:in unbekannt / Wikimedia / CC/by-sa/3.0



 
Hermann Hesse kam aus einer Familie von Missionaren.
Aber er selbst interessierte sich mehr für den Buddhismus
und für die indische Philosophie.
Als die Nazis in Deutschland regierten, ging er in die Schweiz.
Dort half er Flüchtlingen aus Deutschland bei ihrem Neuanfang.
In dieser Zeit hat er das Gedicht "Stufen" geschrieben.



Wortliste
der Mssionar, -e = Person, die in ein anderes Land geht und dort die christliche Religion lehrt.
der Buddhịsmus (nur Singular) = die Lehre von Buddha Siddharta Gautama.
die Philosophie, -n = die Gedankenwelt / Lehren, die die Welt erklären, aber keine Religion sind.
die Nazis = die Leute von Adolf Hitler.
regieren = ein Land leiten / in einem Land sagen, was die Leute tun und wie sie leben sollen.
der Flüchtling, -e = Person. Sie kann in ihrem Land nicht mehr sicher leben und geht deshalb in ein anderes Land.


Liebe Leute, 
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Sonntag, 28. November 2021

Das Lied "Ermutigung"


Neulich habe ich in der Zeitung gelesen:

Wolf Biermann hat Geburtstag.

Er wird 85 Jahre alt.

Wlf Biermann


Wolf Biermann 2008
Foto: Marco Maas / fotografirma.de / CC by-sa 2.0



Wolf Biermann ist ein Liedermacher.

Er schreibt politische Lieder.

Eines davon heißt "Ermutigung"


Wenn man jemanden ermutigen will, dann kann man sagen: 

"Hab keine Angst!

Du kannst das!" 


Aber man kann es auch viel besser sagen.

Zum Beispiel so:


Diese Zeit ist hart.

Aber Du sollst nicht hart werden!

Denn wer hart ist, kann zerbrechen.


Diese Zeit ist bitter.

Aber Du sollst nicht bitter werden!

Denn wer verbittert ist, macht schlimme Dinge.

Aber wenn Du im Gefängnis bist, 

bist du den Herrschenden egal!


Die Zeiten sind schrecklich.

Aber lass Dich nicht erschrecken!

Denn wer Angst hat, kämpft nicht mehr.

Und genau das wollen deine Gegner!


Verbrauche deine Kraft nicht mit den täglichen Problemen!

Gebrauche deine Zeit.

Du kannst Dich nicht verstecken.

Du brauchst uns, und wir brauchen Dich

und Deine Freude.


In dieser Zeit schweigen viele Leute.

Aber wir wollen wollen sprechen: 

Die Zweige werden grün!

Das wollen wir allen zeigen,

damit sie es wissen.



Ein Zweig (der Zweig, -e). Der Zweig wird grün (Ein kleines Blatt kommt heraus) 
Wilhelm Zimmerling PAR / Wikimedia Commonst / CC/by-sa/4.0


Wortliste:

ermutigen = zu jemandem sagen: "habe keine Angst! Du kannst das!"

die Ermutigung, en = (Substantiv von:) ermutigen.
der Mut (nur Singular) = die innere Kraft, schwierige Arbeiten anzufangen.
der Liedermacher, - = Person. Sie schreibt neue Lieder und singt sie selbst.
politisch = so, dass es mit Politik oder mit unserer Gesellschaft zu tun hat.
zerbrchen, zerbrach, zerbrchen = (Ding) kaputt gehen, in Stücke gehen. (Mensch) ein großes Problem nicht lösen können und deshalb alle Kraft und alle Freude verlieren.
btter = so schmecken wie englische Orangenmarmelade / Artischocken / Auberginen.
verbttern = (Person) bitter werden, böse auf die Welt sein.
das Gefängnis, -se = Ort. Dort müssen Menschen leben, die etwas Schlechtes getan haben. Sie dürfen diesen Ort nicht verlassen.
die Hrrschenden (nur Plural) = Die Leute, die das Land regieren und sagen, was die anderen Menschen tun sollen. "Die Herrschenden" sagt man, wenn man mit diesen Leuten nicht zufrieden ist.
egal sein = nichts ausmachen, keine Bedeutung haben
schrcklich = sehr schlimm / sehr schlecht 
erschrcken = plötzlich große Angst bekommen
kämpfen = (hier: ) etwas gegen eine Sache oder gegen eine Situation tun. 
der Gegner, - = Person, gegen die man kämpft.
verbrauchen = alles benutzen, bis nichts mehr da ist.
gebrauchen = benutzen
gebrauche deine Zeit = nutze deine Zeit gut!
sich verstcken = an einen Ort gehen, wo einen niemand sieht, und dort ganz still bleiben.
schweigen, schwieg, geschwiegen = nichts sagen



Hier kann man das Lied hören



Und das ist der Original-Text


Du, lass dich nicht verhärten
In dieser harten Zeit
Die allzu hart sind, brechen
Die allzu spitz sind, stechen
Und brechen ab sogleich
Und brechen ab sogleich
die allzu hart sind = die Menschen, die zu hart sind

Du, lass dich nicht verbittern
In dieser bitt'ren Zeit
Die Herrschenden erzittern
Sitzt du erst hinter Gittern
Doch nicht vor deinem Leid
Auch nicht vor deinem Leid
sitzt du erst = wenn du erst sitzt

Du, lass dich nicht erschrecken
In dieser Schreckenszeit
Das woll'n sie doch bezwecken
Dass wir die Waffen strecken
Schon vor dem großen Streit
Schon vor dem großen Streit
woll´n = wollen

Du, lass dich nicht verbrauchen
Gebrauche deine Zeit
Du kannst nicht untertauchen
Du brauchst uns und wir brauchen
Grad deine Heiterkeit
Grad deine Heiterkeit
grad = genau

Wir woll'n es nicht verschweigen
In dieser Schweigezeit
Das Grün bricht aus den Zweigen
Wir woll´n das allen zeigen
Dann wissen sie Bescheid
Dann wissen sie Bescheid




Wortliste
verhärten = hart werden
ạllzu = zu sehr
spịtz = so, dass es vorne sehr dünn und scharf ist. Eine Nadel oder der Stachel an einer Rose ist spitz.
stẹchen = jemandem mit einer Spitze weh tun.
sogleich = schnell / nach sehr kurzer Zeit.
zịttern = mit dem ganzen Körper kleine Bewegungen machen. Wenn es kalt ist, zittert man leicht.
erzịttern = anfangen zu zittern.
vor etwas erzịttern = Angst bekommen, weil etwas sehr schlimm ist
hinter Gịttern sịtzen = im Gefängnis sein.
das Leid, -en = der Schmerz/ die Traurigkeit.
bezwẹcken = ein Ergebnis planen / die Absicht haben / erreichen wollen.
die Wạffen str
cken = aufhören zu kämpfen.
der große Streit = der Streit, der wirklich wichtig ist.
ụntertauchen = sich für lange Zeit verstecken / so leben, dass niemand mehr einen sieht.
die Heiterkeit, -en = die gute Laune / die Freude.
verschweigen = eine wichtige Sache nicht sagen.
das Grün (nur Singular) = Pflanze, oder Teil von einer Pflanze.
das Grün bricht aus den Zweigen = die Zweige werden grün.








Die Geschichte von dem Lied "Ermutigung"







Als Wolf Biermann "Ermutigung" schrieb, lebte er in der DDR.

Er schrieb es für seinen Freund.

Der Freund hatte den Staat kritisiert.

Deshalb bekam er große Probleme.

Wolf Biermann dachte:

Lieber Freund, bitte verliere nicht den Mut!

Und ich selbst will auch nicht den Mut verlieren.




Das war 1968




Bald sangen sehr viele Leute das Lied.

Manche sagen:

Das Lied wurde die heimliche Hymne der DDR.

Hymne der DDR = Staatslied von der DDR

Aber die Regierung ärgerte sich über Wolf Biermann.

Er war ihnen zu kritisch und zu laut!

1976 musste er die DDR verlassen.

Von da an sang er das Lied im Westen.




Auch im Westen war das Lied schon bekannt.

Auch hier waren Menschen kritisch gegenüber der Regierung.

Sie sangen das Lied auf Demonstrationen gegen Kriege,

für die Umwelt

und für die Gleichberechtigung der Frauen.

So habe ich es auch kennengelernt.




Als ich diesen Blogpost geschrieben habe,

habe ich noch etwas Neues gelernt:

In Schweden ist "Ermutigung" sogar ein Kirchenlied geworden.

Aber bei jungen Leuten in Deutschland ist es heute nicht mehr so bekannt.




Wortliste

die DDR [de´de´
r]= der sozialistische deutsche Staat (1949-1990)

der Staat, -en = das Land mit seiner Regierung.

kritisieren = sagen, dass jemand etwas nicht gut macht.

kritisch sein (gegenüber jemandem oder etwas)= so, dass man Fehler schnell sieht und auch darüber spricht.

den Mut verlieren /verlor / verloren = nicht mehr glauben, dass man etwas kann.

heimlich = so, dass es niemand weiß.(Hier:) so, dass es niemand laut sagt /nicht offiziell.

die Hymne = das Lied von einem Land. Die Hymne von Deutschland heißt "Einigkeit und Recht und Freiheit"

von da ạn = ab dieser Zeit.

die Demonstration, en = Viele Leute, die zusammen auf der Straße gehen. Sie halten Plakate hoch und singen oder sprechen zusammen. Auf den Plakaten steht, was sie wollen.

der Krieg, -e = Streit und Gewalt zwischen zwei Ländern

die Ụmwelt, en = die Tiere, Pflanzen und das Klima um uns.

die Gleichberechtigung (nur Singular)= gleiche Rechte und gleiche Chancen für Männer und Frauen.

das Kịrchenlied, -er = das Lied, das man in der Kirche singt.




Sonntag, 21. November 2021

Du Flasche!

Eine Flasche (die Flsche, -n).
Foto: Aurélien Mole / Wikimedia / CC by-sa 3.0



Letzte Woche habe ich zwei Leute vor einem Kino gesehen.

Der eine sagte:
"Oh. Ich habe meinen Studenten·ausweis vergessen."
Der andere sagte:
"Du Flasche! Jetzt musst du voll bezahlen!"

Ich habe gedacht:
Wieso sagen wir eigentlich "Du Flasche"?

Ich habe in einem Wörterbuch nach·gesehen.
Es ist ganz einfach:

Eine Flasche ist innen leer.
Manchmal ist auch ein Kopf innen leer,
und ein Fehler passiert.
Dann sagen wir "Du Flasche". 

Freunde kann man im Spaß "Flasche" nennen.
Es ist nicht sehr schlimm.
Aber sehr nett ist es auch nicht.
Zu Fremden sagt man es besser nicht. 


der Studntenausweis, -e = Papier oder Karte. Darauf steht: Diese Person studiert an einer Universität. Mit einem Studentenausweis muss man im Kino weniger bezahlen. 
vergssen, vergaß, vergssen  = (hier:) nicht mitgebracht.
vọll zahlen = den ganzen Preis bezahlen (zum Beispiel im Kino, oder für den Unterricht.)
eigentlich = (dieses Wort sagt man, wenn einem eine neue Frage in den Kopf kommt)
nachsehen, sah nach, nachgesehen = an einer bestimmten Stelle suchen.
im Spaß = so, dass man es nicht ganz ernst meint.
schlmm = schlecht /böse.


Liebe Leute, 
was für Fehler sind Ihnen letzte Woche passiert? :-)
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Samstag, 11. September 2021

Ein Freund, ein guter Freund

Liebe Leute, 

heute stelle ich Ihnen ein Lied aus dem Jahr 1930 vor.


Das Lied heißt: "Ein Freund, ein guter Freund".

Hier können Sie es hören:

Ein Freund, ein guter Freund


Und so fängt der Text an:

 

Der wahre Freund allein

ist doch das höchste Gut auf Erden!


Ein Freund, ein guter Freund,

Das ist das Beste, was es gibt auf der Welt.

Ein Freund bleibt immer Freund,

Und wenn die ganze Welt zusammenfällt.

Drum sei auch nie betrübt,

Wenn dein Schatz dich nicht mehr liebt;

Ein Freund, ein guter Freund,

Das ist der größte Schatz, den's gibt!

und wenn = auch wenn / obwohl
den´s = den es

Wortliste
wahr
 = richtig / wirklich / so, dass es stimmt.
der wahre Freund = der Freund, der immer da ist - auch wenn es schwierig ist.
das Gut, ̈-er= das, was man hat.
das höchste Gu= das wichtigste, was man hat.
auf Erden = auf der Erde /auf der Welt / im Leben.
zusmmenfallen = kaputt gehen.
betrübt = (altes Deutsch für:) traurig.
der Schtz, ̈-e = viel Geld, großer Besitz.
der Schtz, ̈-e = Person, die man liebt.



Die Comedian Harmonists


Dieses Lied ist von den  "Comedian Harmonists".
Die Comedian Harmonists waren eine a-cappella-Gruppe aus Berlin.
1928 gaben sie ihre ersten Konzerte.
Sie hatten schnell großen Erfolg.

Die Comedian Harmonists (sprich: komidi´en harmonists)
Fotograf unbekannt / Bulgarian Archives State Agency/ Wikimedia Commons



Aber ihre Freundschaft dauerte nicht lange.
Drei von den Sängern waren Juden.
1933 kamen in Deutschland die Nazis an die Macht.
Sie machten den Comedian Harmonists viele Schwierigkeiten:
Sie machten Gesetze gegen Juden,
sie kamen und störten die Konzerte...

Zuerst gaben die Comedian Harmonists viele Konzerte im Ausland.
So konnten sie den Nazis ausweichen.
Aber 1935 kam ein Verbot:
Die Gruppe durfte nicht mehr zusammen singen.
Die drei jüdischen Sänger gingen ins Ausland.
Die nicht-jüdischen Sänger blieben in Deutschland.

Das war das Ende der Comedian Harmonists.
Aber es war nicht das Ende von ihrer Musik.
Ihre Lieder sind heute noch beliebt.
Viele Sänger covern sie.
das Ende der = das Ende von den


Wortliste

-cppella-Grppe, -n = Leute, die zusammen singen. Es sind keine Instrumente dabei. 

das Konzrt, -e = Veranstaltung, wo man Musik hören kann.

ein Konzrt geben = als Musiker ein Konzert machen.

der Erflg, -e = wenn man etwas macht und alle Leute sagen: "das ist gut!", dann hat man Erfolg.

der Jude, -n = Person. Das Buch "Torah" ist wichtig für sie. In Israel leben viele Juden. 

die Mcht (nur Singular) = wer Macht hat, kann anderen Leuten sagen, was sie tun sollen. 

an die Mcht kmmen = in einem Land der Boss werden und alle anderen Meinungen verbieten.

die Nazis = die Partei (Gruppe) von Adolf Hitler

jemandem Schwierigkeiten machen = für jemand das Leben schwer machen.

das Gestz, -e = Regel für das ganze Land.

stören = Lärm oder Unsinn machen, so dass eine Veranstaltung nicht weitergehen kann.

ausweichen, wich aus, ausgewichen = weggehen, damit man keine Probleme mit jemand bekommt.

verbieten, verbot, verboten = sagen, dass jemand etwas nicht mehr machen darf.

das Verbot, -e = (Substantiv von:) verbieten

covern (sprich: kwern)= Musik von jemand anders nachsingen oder nachspielen


Sonntag, 8. August 2021

Der Räuber Hotzenplotz


Liebe Leute,

passen Sie jetzt gut auf!

Denn heute stelle ich Ihnen Deutschlands gefährlichsten Verbrecher vor.

Es ist….



Bild mit freundlicher Genehmigung des Thienemann-Verlags.



Der Räuber Hotzenplotz!

Họtzenplotz (Name)

Und das ist seine Geschichte:


1

Großmutter sitzt im Garten und mahlt Kaffee.

Sie hat eine ganz besondere Kaffeemühle.

Wenn man die Mühle dreht, macht sie Musik.


Eine Kaffeemühle (die Kaffeemühle, -n)
Foto: Fotoandi+Denis Barthel / Wikimedia (siehe unten)


Die Kaffeemühle war ein Geschenk von Kasperl.

Das ist Großmutters Enkel.

Er will Großmutter heute besuchen.

Dann gibt es Kaffee und Pflaumenkuchen.

Ksperl (Name)


Pflaumenkuchen (der Pflaumenkuchen, -).
Auf dem Kuchen ist Sahne (die Sahne)
Foto: Jordi/ Wikimedia Commons (CC 4.0)



Auf einmal hört Großmutter eine Stimme:

Geben Sie mir die Kaffeemühle!

Und zwar sofort!“


Großmutter schaut auf.

Vor ihr steht ein Mann.

Er hat einen großen Hut,

einen schwarzen Bart,

eine Pistole

und sieben Messer im Gürtel.


Achtung! Der Mann hat eine Pistole! (die Pistole, -n)
Foto mit freundl. Genehmigung des Thienemann-Verlags.


Noch einmal sagt er:

Her mit der Kaffeemühle!

Wird´s bald?“


Großmutter ist empört.

Was erlauben Sie sich?

Das ist meine Kaffeemühle!!"


Der Mann lacht böse.

Er sagt:

Sie wissen wohl nicht, wer ich bin?

Lesen sie denn keine Zeitung?“


Großmutter schaut den Mann genau an.

Sie erschrickt.

In der Zeitung war ein Foto von einem gefährlichen Räuber.

Er sah genau so aus wie dieser Mann!


Großmutter sagt:

Sind sie etwa der Räuber Hotzenplotz?“


Der Mann sagt:

So ist es!

Und jetzt her mit der Kaffeemühle!“


Hotzenplotz läuft mit Großmutters Kaffeemühle davon.


Großmutter sagt lange nichts.

Dann schreit sie laut: „Hilfe!“

Und dann - fällt sie in Ohnmacht.


Wortliste

gefährlich = so, dass es Menschen schaden, weh tun oder sie töten kann.

der Verbrẹcher, - = Mensch. Er tut sehr böse Dinge.

der Räuber, - = Mensch. Er nimmt Leuten mit Gewalt ihre Sachen weg.

mahlen = harte Sachen mit einem Gerät klein machen wie Sand. Zum Beispiel: Korn zu Mehl mahlen.

Die Kạffeemühle, -n = Gerät. Damit mahlt man Kaffeebohnen zu Kaffeepulver.

der nkel, - = das Kind von meinem Kind ist mein Enkel.

Her mit …! = „Geben Sie mir …“ (unhöfliche Sprache)

wịrd´s bạld? = „bist Du noch nicht fertig?“ (unhöfliche Sprache)

empört = so, dass man sehr böse ist, weil jemand etwas tut, was man nicht tun darf.

Was erlauben Sie sịch? = „Wie können Sie so etwas tun? Das dürfen Sie gar nicht!“

erschrẹcken, erschrak, erschrocken (er/sie erschrịckt) = Etwas plötzlich sehen oder hören, was man vorher nicht gedacht hat, und sich plötzlich sehr schlecht fühlen.

twa = vielleicht

davonlaufen = weglaufen / schnell an einen anderen Ort gehen

in Ohnmacht fallen = auf den Boden fallen, nichts mehr sehen, nichts mehr hören und nichts mehr wissen.



2

Kasperl und sein Freund Seppel sind im Geschäft.

Sie kaufen ein:

Mehl, Zucker, Butter, Pflaumen und Sahne.

Diese Sachen sind für Großmutter.

Großmutter macht daraus Pflaumenkuchen.

Denn jeden Samstag gibt es bei Großmutter Kaffee und Pflaumenkuchen.

Kasperl und Seppel freuen sich schon auf den Kuchen!

Sppel

Plötzlich hören sie einen Schrei.

Er ist weit weg - aber Kasper sagt sofort:

Du Seppel! Hast Du das gehört?

Das war doch Großmutter!

Wir müssen ihr helfen!


Kasperl und Seppel laufen zu Großmutters Haus.

An einer Straßenecke stoßen sie mit einem Polizisten zusammen.

Es ist Wachtmeister Dimpfelmoser.

Alle drei fallen auf den Boden.

Dịmpfelmoser (Nachname)

Wachtmeister Dimpfelmoser schimpft:

Könnt ihr nicht aufpassen?

Ihr dürft mich nicht aufhalten!

Ich bin im Dienst!!

Es hat nämlich jemand um Hilfe gerufen.“


Kasperl und Seppel rufen wie aus einem Mund:

Ja! Das war Großmutter!“

Zu Dritt laufen sie weiter.

Bald sind sie bei Großmutter.

Großmutter sitzt in ihrem Garten auf der Bank.

Sie ist ganz blass.


Kasperl und Seppel rufen:

"Großmutter, Großmutter! Was ist passiert?"


Wachtmeister Dimpfelmoser sagt:

"Ruhe!

Ich stelle hier die Fragen!

Großmutter, was ist passiert?“


Großmutter öffnet den Mund.

Da ruft Wachtmeister Dimpfelmoser:

"Moment! Erst muss ich mein Schreibheft und meinen Stift herausholen.

Ich muss schließlich ein Protokoll machen."


Er sucht sein Schreibheft und seinen Stift.

Dann sagt er:

So, Großmutter. Sprechen Sie!

Aber schön langsam und der Reihe nach,

damit ich alles aufschreiben kann.“


Großmutter sagt:

Der Räuber Hotzenplotz war hier.

Er hat meine Kaffeemühle gestohlen.

Dann ist er weggelaufen.“


Wachtmeister Dimpfelmoser sagt:

Das ist ja unerhört!

Dieser Räuber wird immer frecher."


Kasperl und Seppel reden durcheinander:

Großmutter, wie schrecklich!

Wenn Deine Kaffeemühle weg ist,

dann kannst Du ja keinen Kaffee kochen.

Gibt es dann heute keinen Kaffee und Pflaumenkuchen?

Das ist ja furchtbar!“


Ruhe!“, sagt Wachtmeister Dimpfelmoser.

Mein Protokoll ist noch nicht fertig.“


Alle warten, bis Wachtmeister Dimpfelmoser den letzten Punkt geschrieben hat.

Dann sagt Großmutter:

Lieber Wachtmeister Dimpfelmoser,

werde ich meine Kaffeemühle zurück bekommen?“


Wachtmeister Dimpfelmoser antwortet:

Ganz bestimmt.

Die Polizei wird ihre Kaffeemühle wieder zurückbringen...“

Er zögert.

„… aber das wird nicht so schnell gehen.

Wir müssen den Räuber Hotzenplotz zuerst fangen.

Und das ist schwer,

denn niemand weiß, wo er wohnt.“


Kasperl und Seppel sehen sich an.

Beide denken dasselbe:

Wir müssen der Polizei helfen!


Wortliste

der Schrei, -e = (Substantiv von:) schreien.

der Wchtmeister, - = (hier:) höfliche Anrede für einen Polizisten.

zusmmenstoßen, stieß zusmmen, zusmmengestoßen = in eine andere Person hineinlaufen / in ein anderes Auto hineinfahren.

jdn. aufhalten = (hier:) jemanden nicht weitergehen lassen / machen, dass jemand langsamer wird.

im Dienst sein = (nur für Beamte:) jetzt gerade arbeiten.
wie aus einem Mund = gleichzeitig. 

zu Drtt = drei Personen zusammen.

blạss = weiß im Gesicht

das Protkoll, -e = Papier, auf dem steht, was bei einem Gespräch gesagt worden ist.

der Reihe nach = eines nach dem anderen.

unerhört = so schlimm, dass man es sich gar nicht vorstellen kann / so schlecht, wie man es noch nie gehört hat.

frch = so, dass man gegenüber andere Menschen respektlos ist und keine Regeln beachtet

immer frcher = immer mehr frech

durcheinnder reden = alle zugleich reden, so dass man nichts mehr versteht.

zögern = einen Moment lang nichts tun oder sagen, weil man nicht weiß, ob man es tun (oder sagen) soll.

fạngen, fing, gefạngen = ein Tier oder einen Menschen fest halten und nicht mehr weggehen lassen.



3

Kasperl und Seppel treffen sich vor dem Dorf.

Sie haben einen Plan:

Sie wollen dem Räuber Hotzenplotz eine Falle stellen.

Als Köder benutzen sie eine große Kiste.

In der Kiste ist Sand.

Aber auf der Kiste steht: „Gold“.



Das Kind zieht einen Wagen (ziehen, zog, gezogen /
 
der Wagen, -Foto: Faldrian / Wikimedia (s. u.)

Die Kiste steht auf einem Wagen.

Kasperl und Seppel ziehen den Wagen die Straße entlang.

Das macht großen Lärm.



In seinem Versteck liegt der Räuber.

Er hört den Lärm.

Er nimmt sein Fernglas und schaut.

Was sieht er da?

Er sieht zwei Jungen.

Einer hat eine rote Zipfelmütze.

Das muss Kasperl sein.

Niemand anders hat so eine Mütze!


Dann ist der andere Junge bestimmt Seppel.

Denn Kasperl und Seppel sind immer zusammen.


Und was ist das für eine Kiste?“,

Denkt der Räuber.

Er stellt das Fernglas schärfer ein.

Jetzt kann er lesen, was auf der Kiste steht:

Gold“!


Holla!“ sagt Hotzenplotz.

diese Kiste hole ich mir!“


Er hebt seine Pistole,

springt aus seinem Versteck hervor

und schreit:

Halt! Her mit der Kiste, oder ich schieße!“


Kasperl und Seppel freuen sich:

Der Plan gelingt.

Sie lassen den Wagen los und laufen schnell weg.


Räuber Hotzenplotz zieht den Wagen mit der Kiste nach Hause.

Er wohnt in einer Höhle tief im Wald.


Wortliste: 

die Fạlle, -n = Kiste oder Loch. Wenn ein Tier hinein geht, kann es nicht mehr heraus.

der Köder, - = Etwas, das man in die Falle legt, damit das Tier hinein geht. 

jemandem eine Fạlle stllen = machen, das jemand einen Fehler macht und man ihn fangen kann.

der Sạnd (nur Singular) = viele, viele sehr kleine Steine. Zum Beispiel: "die Kinder spielen im Sand". 

das Gld (nur Singular) = Metall. Es ist gelb und sehr teuer.

das Verstck, -e = Ort, wo einen niemand sieht.

entlạng =  auf einer Straße oder an einer Wand von vorne nach hinten oder von hinten nach vorne gehen.  

das Frnglas,  ̈ ̈-er = Gerät. Es ist wie eine große, schwere Brille. Damit kann man sehr weit sehen.

die Zpfelmütze, -n = Mütze. Sie ist sehr lang und hängt über den Rücken herunter.

schärfer einstellen = an einem Fernglas drehen, so dass man besser sieht.

holen = hin gehen und eine Sache nehmen und zurück bringen.

hervor = heraus

schießen, schß, geschssen = Eine Pistole (oder eine andere Schußwaffe) benutzen, so dass eine Kugel heraus kommt.

gelngen, gelng, gelngen = gut gehen / (Plan:) so gehen, wie man es wollte.

die Höhle, - n = großes Loch im Berg oder im Boden.


4

Aber es gibt etwas, das der Räuber nicht weiß:

Die Kiste hat ein kleines Loch.

Sand läuft aus dem Loch.

Der Sand macht eine Spur auf der Straße -

bis zur Höhle vom Räuber Hotzenplotz.


Nach einer Weile kommen Kasperl und Seppel zurück.

So“, sagt Seppel, „jetzt folgen wir der Spur.

Dann finden wir die Räuberhöhle.“

Kasperl sagt:

Es ist besser, wenn der Räuber uns nicht erkennt.

Wir verkleiden uns:

Ich ziehe Deinen Hut an,

und Du ziehst meine Mütze an.“

So machen sie es.

Dann folgen Sie der Spur.


Der Räuber Hotzenplotz ist in seiner Höhle angekommen.

Er macht die Kiste auf.

Doch in der Kiste ist kein Gold.

Es ist Sand darin.

Hotzenplotz wird sehr böse.

Und plötzlich sieht er:

Auf dem Boden ist eine Sandspur.

Sie kommt von draußen

und endet bei der Kiste.


Hotzenplotz denkt:

Aha! Ihr habt mir eine Falle gestellt.

Aber ich bin nicht so dumm, wie ihr denkt!“


Hotzenplotz nimmt ein bisschen Sand,

                     geht vor den Wald

                             und legt eine neue Spur.

Die neue Spur führt zu einem tiefen Loch.

Über das Loch legt er grüne Äste.

Jetzt kann man es nicht mehr sehen.



Hotzenplotz versteckt sich und wartet.



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Wie geht diese Geschichte weiter?

Werden Kasperl und Seppel in das Loch fallen?

Werden sie Großmutter nie wieder sehen?

Oder können Sie den Räuber überlisten?

Bekommt Großmutter ihre Kaffeemühle zurück?

Das steht alles in diesem Buch:


Bild mit freundlicher Genehmigung des Thienemann-Verlags


Soviel verrate ich:

Es wird nicht einfach!

Aber am Ende geht alles gut aus.



Wortliste

die Spur, - en = Wenn eine Person oder ein Tier auf weichem Boden geht, dann sieht man danach eine Spur.

flgen = nachgehen

sich verkleiden = andere Kleider anziehen, so dass einen niemand erkennt.

eine Spur legen = Mit Absicht eine Spur machen.

führen zu = zu einem Ort gehen (zum Beispiel: Diese Straße führt  zu meinem Haus)

der st,  ̈-e = Bäume haben oben Äste.

sich verstcken = an einen Ort gehen, wo einen niemand sehen kann.

jemanden überlsten = Tricks benutzen, damit eine andere Person keinen Erfolg hat.

verraten, verriet, verraten = etwas sagen, das noch niemand weiß.

gut ausgehen = (Geschichte) ein gutes Ende haben.



Woher kommt die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz?


Kasperl, Seppel, Großmutter, der Räuber, der Polizist…

Das sind Figuren aus dem Kasperl·theater.


Kasperl und Seppel als Handpuppen. Kasperl trägt eine Zipfelmütze.
Foto: Andreas Praefcke / Wikimedia (siehe unten)











Kasperltheater ist ein Theater für Kinder.

Man spielt es mit Handpuppen. 

Aber – es ist auch ein Theater von Kindern,

denn viele Kinder haben Kasperlepuppen zuhause.

Sie erfinden selbst Stücke und spielen sie mit ihren Freunden.

Oder mit ihren Eltern.

Es gibt so viele Geschichten wie Kinder.


Aber die Geschichte von Räuber Hotzenplotz -

die hat einen Autor.

Es ist Otfried Preußler.



Otfried Preußler (1923-2013)
Foto mit freundlicher Genehmigung
des Verlags Thienemann-Esslinger



Otfried Preußler ist in Deutschland sehr bekannt.

Er wurde in einer deutschen Familie in Böhmen geboren.

Das gehört heute zu Tschechien.

Nach dem Krieg lebte seine Familie in Süddeutschland.

Otfried Preußler wurde dort Lehrer.

Böhmen (Teil von dem Land Tschchien)

Otfried Preußler schrieb viele Bücher für Kinder und Jugendliche.

In den Büchern erzählt er oft Geschichten aus Böhmen

und aus Gebieten im Osten von Deutschland.

Lange Zeit wollte er die Geschichte von Krabat erzählen.

Krabat ist ein guter Junge, der von einem bösen Mann zaubern lernt.

Er kann als Vogel über das Land fliegen.

Er kann Dinge sehen, die die meisten Leute nicht wissen.

Aber sein Leben ist sehr gefährlich.


Die Geschichte von Krabat wollte Preußler lange nicht gelingen.

Er arbeitete viele Jahre daran.

Aber das Buch wurde einfach nicht fertig!

Da dachte er:

Ich muss zwischendurch etwas anderes schreiben.

Am besten etwas ganz Einfaches -

vielleicht eine Geschichte aus dem Kasperltheater?


So ist das Buch „der Räuber Hotzenplotz“ entstanden.

Danach konnte Otfried Preußler auch "Krabat" fertig schreiben.


Foto mit freundlicher Genehmigung
des Thienemann-Verlags


Das Buch Krabat wurde sehr bekannt.

Viele Leute lieben es.


Aber das Buch vom Räuber Hotzenplotz - 

das wurde noch viel bekannter!

Der Räuber Hotzenplotz wurde ein Star.

Das ist er bis heute geblieben. 

Er hat sogar eine eigene Facebook-Seite.


Und jetzt: Hände hoch! Und her mit dem Pflaumenkuchen!
Bild mit freundlicher Genehmigung des Thienmann Verlags.


Wortliste

die Figur, -en = Person in einer Geschichte oder in einem Theaterstück.

das Theater,- = Kunst. Leute spielen und sprechen eine Geschichte. Andere Leute sehen und hören zu.

die Hndpuppe, -n = Eine Puppe. Sie hat einen Kopf und ein Kleid. Das Kleid ist unten offen. Man steckt seine Hand in die Puppe und bewegt sie. Dazu spricht man so, wie die Puppe sprechen soll.

der Autor, -en = Person. Sie denkt sich eine Geschichte neu aus.

erfnden, erfnd, erfnden = Etwas ausdenken, was noch nie vorher jemand ausgedacht hat.

zaubern = Eine besondere Kraft haben und mit dieser Kraft Dinge tun, die eigentlich niemand tun kann oder die in der Wirklichkeit eigentlich nicht passieren können.

wllte (einfach) nicht gelngen (+ Infinitiv) = jemand hat (Infinitiv) oft versucht, aber es ging nicht.

etwas zwschendrch tun = etwas (zum Beispiel eine Arbeit) neu anfangen, obwohl man mit einer anderen Arbeit noch nicht fertig ist.

entstehen, entstnd, entstnden = eine Form bekommen / anfangen, da zu sein. 



Fotos:

Kaffeemühle: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0

Kasperl und Seppel als Puppen https://creativecommons.org/licenses/by/4.0

Kind mit Wagen https://creativecommons.org/licenses/by/3.0


Liebe Leute, 

was denken sie - wie geht die Geschichte von Räuber Hotzenplotz aus?

Sie können selbst ein Ende erfinden.

Später werden Sie vielleicht das Buch lesen.

Viel Spaß dabei!

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