Freitag, 22. Juni 2018

Einstand

der Ein·stand, ̈-
Diese Woche habe ich im Büro eine Mail bekommen.
Sie kam von drei Kolleginnen.


"Liebe Kolleg*innen,
am 3. Juli geben wir unseren Ein·stand.
Kommt um 12:30 in unser Büro.
Es gibt Getränke und Schnittchen.
Wir freuen uns auf das Kennenlernen!"
Das sind Schnittchen (das Schnttchen, -)
Foto: 4028mdk09/ Wikimedia commons

Die drei Kolleginnen sind neu.
Mit einigen Leuten arbeiten sie zusammen. 
Andere Leute sehen sie nicht jeden Tag.
Jetzt laden sie alle zusammen ein.
So können alle sich kennen lernen.

Beim Einstand gibt es Getränke und etwas zu essen.
Zum Beispiel Kaffee und Kuchen
oder Saft, Wasser und Snacks.
Den Kuchen und die Snacks machen viele Leute selber.
So ist es nicht so teuer.
Aber manche Leute geben ihren Einstand auch in einer Bar.
Dort kann man Alkohol trinken.
Das ist nämlich in vielen Büros nicht erlaubt.




Eine Bar (die Bar, -s) in der Stadt Erfurt.
Foto: Drahkrub / Wikimedia Commons

 

In manchen Firmen gibt jeder (und jede) Neue einen Einstand.
In manchen Firmen ist das nicht üblich.
in manchen Firmen ist der Einstand klein:

Man lädt nur die eigene Abteilung ein.
In manchen Firmen ist er groß.
Man lädt die ganze Firma ein.

Wenn man neu ist, sollte man jemand fragen:
Wie wird der Einstand in dieser Firma gemacht?



 

Sind sie zu einem Einstand eingeladen?


Man muss kein Geschenk mitbringen.

Man kann einfach so hingehen.

Aber ich finde meine neuen Kolleginnen sehr nett.
Ich will die anderen fragen:
Wollen wir alle zusammen den Neuen etwas schenken?
Zum Beispiel Blumen oder Kaffebecher fürs Büro?


Sechs Becher (der Bcher, -)
Design Mori Masahiro / Foto: 森正洋デザイン研究所
(Mori Masahiro Design Studio, LLC.) / Wikimedia Commons

Wortliste
Kollegin, -nen = Frau. Wir arbeiten zusammen.
Kolleg*in, -nen = Person. Wir arbeiten zusammen. Das Sternchen * bedeutet: Es kann ein Mann oder eine Frau sein oder jemand, der sagt: Ich bin kein Mann und keine Frau, sondern etwas anderes. Das Sternchen benutzt man jetzt an vielen Stellen, damit wirklich alle Leute denken: Ich bin auch eingeladen.
es gibt etwas zu ssen = es gibt Speisen.
der Snack, -s (lies: Snäck) Sache zum Essen. Sie ist klein und salzig. 
die Bar, -s = Ort. Dort kann man Alkohol trinken und kleine Speisen essen.
nämlich = ich sage jetzt etwas, was Du noch nicht weißt.
erlaubt = so, dass man es tun darf.

der Neue, -n / die Neue,-n = Person. Sie ist neu an einem Arbeitsplatz.
üblich = so, dass man es immer so macht.
einladen, lädt ein, eingeladen = Leuten sagen, dass sie zu Besuch kommen sollen.
die Abteilung, -en = ein Teil von einer Firma.

Samstag, 2. Juni 2018

Die erste Fahrt mit dem Auto


Bertha und Carl Bnz, ca. 1870.
Foto: Daimler und Benz Stiftung / Wikimedia Commons


Es ist das Jahr 1888
In der Stadt Mannheim leben Carl und Bertha Benz.
Carl ist Ingenieur.
Bertha hat Geld.
Mnnheim
Zusammen haben sie eine Fabrik auf·gebaut.
Die Fabrik ist sehr modern.
Dort arbeiten schon Motoren für die Menschen.
Motoren sind neu.

Carl arbeitet an einer Idee:
Er baut einen Wagen mit einem Motor.
Der Wagen hat drei Räder,
eine Sitzbank aus Holz,
und ein Steuer.
Carl nennt ihn "Motor·wagen" 

 
Der Motorwagen von Carl Benz
Foto: unbekannt / Wikimedia Commons


Die Leute lachen über Carl.
Sie sagen:
"Ein Wagen ohne Pferde?
Das geht nicht!
Dieser Motorwagen ist nur ein Spiel·zeug!"

Niemand will den Wagen kaufen.




Eine Straße mit zwei Pferde·wagen, 1904.
Foto: Brück & Sohn Meissen / Wikimedia Commons



Bertha Benz glaubt an Carl.
Aber Carl ist unsicher.
Er denkt:
"Ist der Motorwagen wirklich gut?"
Carl ändert hier und da etwas an dem Wagen.
Er probiert dies und das.
Die Zeit vergeht.

Da hat Bertha eine Idee.

An einem Morgen im August steht sie sehr früh auf.
Sie ist leise.
Carl soll nicht aufwachen.

Bertha weckt ihre Söhne.
Die Jungen sind 13 und 15 Jahre alt.
Bertha sagt:
Steht auf! Wir besuchen Oma und Opa!

Bertha und die Jungen gehen in die Werk·statt.
Dort steht der Motorwagen.
Sie schieben ihn auf die Straße.
Sie sind ganz leise.
Carl soll nichts hören.

Als sie weit genug vom Haus weg sind,
steigen sie auf den Wagen.
Sie machen den Motor an
und fahren los.

Berthas Eltern wohnen in Pforzheim.
Von Mannheim nach Pforzheim -
das sind 106 Kilometer.
Pfrzheim
Die Straßen auf dem Land sind nicht gut.

Aber der Motorwagen schafft es.
Er fährt und fährt.

Bald müssen sie tanken.
Das ist kein Problem.
Benzin gibt es in jeder Apotheke.
Die Leute machen damit ihre Kleider sauber.

Nach 12 Stunden kommen Bertha und die Jungen in Pforzheim an.
Bertha schickt ein Telegramm an Carl.
"Fahrt nach Pforzheim gelungen.
Wir sind bei der Oma angekommen."


Ein Telegramm (das Telegrmm, -e)
Foto: Farina Archiv Köln / Wikimedia Commons


Bertha bleibt drei Tage in Pforzheim.
Sie macht Rund·fahrten mit dem Wagen.
Jeder, der will, darf mitfahren.
Viele Leute probieren den Motorwagen von Carl Benz aus.

Dann fahren Bertha und die Jungen wieder nach Hause.
Was sagt Carl zu Bertha?
Das wissen wir nicht...

Aber Berthas Fahrt nach Pforzheim ist der Durch·bruch.
Bald kommen die ersten Käufer.
Das Auto beginnt seinen Sieges·zug.


Carl Benz auf dem Motorwagen. Neben ihm steht Bertha.
Foto: Unbekannt / Wikimedia Commons


Erinnerung an Bertha Benz


Wohnen Sie zwischen Mannheim und Pforzheim?
Dort gibt es an manchen Straßen dieses Schild.
Es bedeutet: Hier ist Bertha Benz gefahren.



Ein Schild (das Schld, -er). Es erinnert an Bertha Benz.
Foto: SHolzhüter / Wikimedia Commons

Wortliste 
die Fahrt, en =  (Substantiv von) fahren.

ca. (lies: zirka) = ungefähr/ etwa um diese Zeit.
die Fabrk, -en = Gebäude. Dort produziert man Sachen.
der Motor, die Motoren = Maschine. Sie macht Gas, Benzin oder Holz zu Bewegung.
das Rad, ̈- er = Autos haben heute vier Räder.
die Stzbank, ̈- e = Darauf sitzt man in einem Auto oder im Zug.
das Steuer, - = ein Rad. Damit bestimmt man, wo das Auto hin fährt.
das Spielzeug, -e = Sachen zum Spielen für Kinder.
der Wagen, - = Fahrzeug. Es kann einen Motor haben oder nicht (z.B. Pferde·wagen / Hand·wagen)
das Pferd, -e = Tier (siehe Foto)
an jemanden glauben (hat geglaubt) =denken, dass jemand eine Sache gut machen und am Ende Erfolg haben wird.
nsicher sein  = nicht wissen, ob etwas wirklich gut ist.
probieren (hat probiert) = etwas tun und sehen, ob es gut geht/ Etwas essen und sehen, ob es gut schmeckt.wcken (hat geweckt) =machen, dass jemand nicht mehr schläft.
aufwachen (ist aufgewacht) = zuerst schlafen und dann nicht mehr schlafen.
die Werkstatt, ̈- tten =Zimmer. In dem Zimmer arbeitet man mit den Händen.
schieben, schob, (hat) geschoben = mit den Händen an einem Ding drücken, so dass es nach vorne geht.
wg = so, dass es nicht nah ist.
nmachen (hat ngemacht) =  machen, dass es läuft / einschalten.
losfahren, fuhr los, (ist) losgefahren = eine Reise anfangen.
etwas schffen (hat geschfft) = eine Aufgabe gut machen.
das Benzin, -e = Mittel, mit dem Autos fahren.
tnken (hat getankt) = Benzin in ein Auto tun.

die Rndfahrt, -en = von einem Ort losfahren und wieder zu diesem Ort zurück kommen.
der Durchbruch, ̈- e = Zeitpunkt. Von diesem Zeitpunkt an ist der Erfolg da.
der Siegeszug, ̈- e = Erfolg von einer Idee in vielen Ländern oder bei vielen Leuten.
(an etwas (akk.)) ernnern (hat an etwas ernnert) = machen, dass man an etwas denkt.
die Ernnerung, -en = (Substantiv von) erinnern.


Liebe Leserinnen, liebe Leser,
gefällt Ihnen diese Geschichte?
Welche Frau in Ihrem Land war wie Bertha Benz? 
Schreiben Sie einen Kommentar! 🔽

 






Sonntag, 20. Mai 2018

Die Gärtner waren da ...

Liebe Leute,

heute war ich spazieren.
Die Hortensien blühen überall.
Das sieht schön aus.

Hortnsien. Sie blühen.
Foto: Corradox / Wikimedia Commons


Auf dem Weg nach Hause musste ich an etwas denken.
Ich habe es im März gesehen.
Es war vor einem Haus in Hamburg:


Ein Schild (das Schld, -er). Foto: privat
Das Schild sagt:
Liebe Gärtner,
dies ist eine Hortensie!
Sie möchte nicht abgeschnitten werden.
Sie  möchte wachsen.
Bitte schneiden Sie sie nicht ab!

Diese Gärtner waren zu fleißig....
Hoffentlich hat die Hortensie überlebt.
Dann blüht sie vielleicht nächstes Jahr.


Wortliste
ich war spazieren = ich bin spazieren gegangen/ ich bin draußen gewesen und von Ort zu Ort gegangen.
blühen = (Blumen) sich öffnen.
überall = an jedem Ort.

der Gärtner, - = Person. Sie arbeitet im Garten.
bschneiden, schnitt b, bgeschnitten = mit einer Schere oder mit einem Messer eine Sache kürzer machen.
wchsen, wuchs, gewchsen = größer und größer werden.
fleißig = so, dass man viel arbeitet.
hffentlich = ich möchte gerne, dass es so ist.
überleben, überlebte, überlebt = große Probleme haben oder sehr krank sein, aber trotzdem weiter leben.








Dienstag, 24. April 2018

Zwei Königinnen vor einer Türe

Ein Eingang am Dom von Wrms
Foto: Friedrich Haag / Wikimedia Commons


Was ist das?
Das ist ein Eingang am Dom von Worms
Der Dom (Dom, -e) in der Stadt Worms. Das Foto ist 100 Jahre alt.
Hinten sieht man Wasser. Das ist der Rhein.
Foto: Library of Congress /Wikimedia Commons.






Das ist nicht der Haupt·eingang. Warum ist er wichtig?

Über diesen Eingang gibt es eine Geschichte:
Hier standen einmal zwei Königinnen.
Sie hatten einen Streit:
Wer darf zuerst durch die Türe gehen?
Die eine Königin sagte:
Mein Mann ist besser als deiner,

denn dein Mann ist unser Diener.
Deshalb darf ich zuerst durch die Türe gehen. 

Die andere sagte:
Das stimmt nicht.
Mein Mann ist besser als Deiner.
Alle lieben ihn.
Und er ist stärker als Dein Mann.
Er hat einen Drachen getötet
und einen Schatz erobert.
Deshalb gehe ich vor Dir in den Dom!


Ein Schatz (der Schtz, ̈-e).(Schatz von Eberswalde)
Foto: Ralf Roletschek / Wikimedia Commons
Ein Drache (der Drche, -n)
Bild: Wikimedia Commons


Wer waren die Königinnen?
Sie hießen Brünhild und Kriemhild.
Ihre Männer waren Gunther und Siegfried.
Kriemhild
Br
ünhild
Gnther
Siegfried
Ist die Geschichte wirklich passiert?
Vielleicht.

Wann war das?
Es war ungefähr im 5. Jahrhundert.

Das ist lange her. Woher kennen wir die Geschichte?
Sie steht im "Nibelungen·lied".
Das ist ein Text aus dem 13. Jahrhundert. 


Eine Seite vom Nibelungenlied (das Nibelngenlied).
Foto: Badische Landesbibliothek Karlsruhe / Wikimedia commons

Und wie geht die Geschichte weiter?
Kriemhild sagt zu Brünhild:
Ich bin höher als du.
Du bist nur meine Nebenfrau.

Brünhild ruft: Wie kannst Du so etwas sagen?

Kriemhild antwortet:
Mein Mann hat einmal mit dir geschlafen.

Du weißt das nicht.
Es war dunkel.
Du hast gedacht, es ist dein Mann.
Mein Mann hat deinen Ring und deinen Gürtel mitgenommen.
Schau, hier sind sie! 

Zwei Ringe (der Rng). Foto: Wikimedia Commons

ein Gürtel (der Gürtel, -).
Zeichnung: Percy Anderson, 1901.
Wikimedia Commons

Brünhild ist schockiert.
Sie kann nichts mehr sagen.
Kriemhild geht vor Brünhild in den Dom.


Kriemhild geht vor Brünhild in den Dom.
Bild: Otto von Leixner Foto: Wikimedia
Später verlassen alle den Dom.
Draußen sagt Brünhild zu ihrem Mann Gunther:
Erinnerst Du Dich an meinen Ring und meinen Gürtel?
Jemand hat sie gestohlen.
Kriemhild sagt, es war Siegfried.
Sie sagt, er war in unserem Schlafzimmer
und hat mit mir geschlafen.
Gunther ist wütend.
Er denkt:
Siegfried hat unser Geheimnis verraten.
Was war das für ein Geheimnis?
Das ist lange vorher passiert:
Brünhild war ein starkes Mädchen.
Sie wollte einen starken Mann.
Sie sagte:
Wer mich heiraten will, muss zuerst mit mir kämpfen.
Er muss einen Speer weiter werfen als ich.
Und er muss weiter springen als ich.

Gunther war nicht stark.
Er konnte Brünhild nicht besiegen.
Aber er wollte sie unbedingt heiraten.
Deshalb nahm er Siegfried mit zu dem Kampf.

Siegfried war sehr stark,
und er hatte eine Tarnkappe.

Wenn er die Tarnkappe trug, konnte niemand ihn sehen.

Gunther warf einen Speer,
und Siegfried trug den Speer weit nach vorne.
Gunther sprang,
und Siegfried trug Gunther weit nach vorne.
So besiegte Gunther Brünhild.
Es war Betrug.
Aber niemand sah Siegfried.

Brünhild heiratete Gunther.
In der Hochzeitsnacht ging Siegfried zuerst in das Schlafzimmer
und warf Brünhild auf das Bett.
Dann ging er hinaus und Gunther kam herein.
Jetzt dachte Gunther:
Siegfried war in unserem Schlafzimmer.

Das stimmt.
Aber niemand sollte diese Geschichte wissen.
Es war ein Geheimnis!
Und ... hat er wirklich nicht mit Brunhild geschlafen?
Er hat es mir so gesagt...

aber Kriemhild hat er etwas anderes erzählt!
Siegfried war mein Freund.
Aber jetzt hasse ich ihn.
Ich will ihn töten!

Oh je. Gunther ist wirklich sehr wütend.

Ja, Gunther ist wütend.
Aber er hat ein Problem:
Siegfried ist stärker als er.
Gunther kann Siegfried nicht töten.

Was macht Gunther da?
Gunther macht einen Plan mit seinem Freund Hagen.
Als Siegfried Wasser trinkt
tötet Hagen ihn von hinten.

Siegfried trinkt Wasser. Hagen tötet ihn von hinten
mit einem Speer (der Speer, -e)
Bild: Nibelungenlied Manuskript K
Wikimedia Commons

Hagen legt Siegfried vor Kriemhilds Türe.
Als sie am Morgen zum Dom geht, findet sie ihn.
Dann stiehlt Hagen Siegfrieds Schatz
und wirft ihn in den Rhein.

Hagen wirft Siegfrieds Schatz in den Rhein.
Figur: Johannes Hirt 1905
Foto: EPei / Wikimedia Commons

Ist die Geschichte zu Ende?
Nein, sie ist noch lange nicht aus.
Kriemhild lebt noch lange.
Später heiratet sie König Etzel.
 tzel
Aber Kriemhild vergisst Siegfried nie.
Sie will seinen Tod rächen.
Deshalb macht sie einen Plan.

Kriemhild schickt König Gunther eine Nachricht:
König Etzel und ich machen ein Fest.
Wir möchten Dich einladen.
Komm mit allen deinen Leuten!

Gunther und seine Leute kommen zu dem Fest.

Sie gehen in den Fest·saal.
König Etzels Leute verschließen die Türen
und zünden das Haus an.

Der Festsaal brennt.
Bild: Hundshagenscher Kodex, Staatsbibliothek Berlin
Foto: Wikimedia Commons

Es gibt einen großen Kampf.
Zum Schluss sind alle tot.
Auch Kriemhild. 


Ein Kämpfer tötet Kriemhild.
Bild: Alfred Rethel, 1840
Foto: Wikimedia Commons



Die Nibelungensage


Diese Geschichte ist eine Sage.
Das heißt:
Sie ist schon sehr alt, 
und man weiß nicht mehr, ob sie wahr ist.

Siegfrieds Schatz gehörte am Anfang anderen Leuten.
Sie hießen "Nibelungen".
Siegfried eroberte den Schatz,
und die Nibelungen wurden seine Leute.
Deshalb heißt die Sage "Nibelungen·sage".
Nibelngen
Die Deutschen hatten die Nibelungensage vergessen.
Aber vor 200 Jahren fand jemand den Text wieder.
Er machte ein Buch daraus.

Viele Schriftsteller dachten: 
Diese Geschichte ist sehr interessant -
Wir wollen sie neu schreiben!
So wurde die Geschichte wieder bekannt.

In dieser Zeit fragten sich die Deutschen:
Wer sind wir?
Was unterscheidet uns von Franzosen oder Engländern? 
Was haben wir, was andere Leute nicht haben?
Sie dachten: Die Nibelungensage gehört dazu.
So machten sie die Nibelungensage zum Nationalepos von Deutschland. 

Bis ungefähr 1960 war die Sage sehr bekannt.
Jetzt vergessen die Leute sie wieder.
Bei Jugendlichen ist sie nicht mehr populär.
Aber ältere Leute kennen sie noch.



Und Siegfrieds Schatz?
Vielleicht liegt er bei Worms im Rhein.
Manche Leute suchen ihn immer noch.


Wortliste
der König, -e = Chef von einem Land. Sein Vater und sein Großvater waren dort auch schon Chef.
der Dom, -e = große Kirche. Dort arbeitet ein Kirchen-Chef.
der Streit (nur Singular) = Problem zwischen zwei oder mehr Personen. Sie sind wegen dem Problem unfreundlich zu einander.
dienen = (hier:) für jemanden arbeiten.
Der Schtz,  ̈-e = viel Geld oder viele teure Sachen zusammen.
der Drche, -n = Tier aus einer Geschichte. Es ist sehr stark und sehr böse.
erobern = eine Sache oder ein Land von anderen Leuten mit Gewalt wegnehmen.

es ist lnge her = es ist vor langer Zeit passiert.
die Nebenfrau, -en = ein Mann hat mehrere Frauen. Eine ist die Hauptfrau. Die anderen sind die Nebenfrauen.
mit jemandem schlafen = mit jemandem Sex haben.
stehlen, stahl, gestohlen = etwas wegnehmen, was einer anderen Person gehört.
wütend = so, dass man sehr böse auf jemand (oder über etwas) ist.
das Geheimnis, -se = eine Sache, die niemand wissen darf.
verraten, verriet, verraten = ein Geheimnis sagen.
kämpfen = (hier:) die eigene Kraft mit der Kraft von einer anderen Person vergleichen (zum Beispiel beim Sport oder im Krieg).
der Kmpf, ̈-e = (Substantiv von:) kämpfen.

besiegen = mit jemanden kämpfen und stärker sein.  
der Speer, -e = alte Waffe (siehe Bild)
werfen, warf, gew
rfen = eine Sache aus der Hand weit fort fliegen lassen.

der Rhein = Name von einem Fluss.
spr
ngen, sprng, gesprngen = mit beiden Füßen den Boden verlassen.

die Tarnkappe, -n = ein Hut. Wer ihn aufsetzt, den kann niemand mehr sehen.
betrügen, betrog, betrogen = zu jemanden etwas sagen, das nicht stimmt, weil man von ihm/ihr etwas bekommen möchte, was man nicht bekommen sollte. Zum Beispiel: Ein Auto verkaufen und sagen: "Das Auto ist nur 10 000 Kilometer gefahren". Aber das Auto ist in Wirklichkeit schon 100 000 Kilometer gefahren.
der Betrug (Plural: die Betruge / die Betrügereien) = (Substantiv von:) betrügen.

hssen = eine Person oder eine Sache überhaupt nicht gern haben.

töten = machen, dass jemand nicht mehr lebt.
wütend = so, dass man sich sehr, sehr ärgert. 
rächen = Jemand hat mir etwas Böses getan. Deshalb tue ich ihm auch etwas Böses: Ich räche mich.
nzünden = Feuer machen.
die Sage, -n = alte Geschichte. Man weiß nicht, ob sie stimmt.
der Schrftsteller, - = Person. Sie schreibt Bücher mit Geschichten.
das Nationaepos, die Nationaepen = Geschichte. Sie ist alt. Die Leute in einem Land denken: Diese Geschichte gehört nur zu unserem Land und zu unserer Kultur.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, 
gibt es in ihrem Land auch ein Nationalepos?
Wie heißt es?
Aus welcher Zeit kommt es?
Schreiben Sie einen Kommentar!
Hier unten: 🔻





Sonntag, 8. April 2018

Nord-Süd-Dialog



Die Stadtlm in Süd.deutschland.
Grafik: Wikimedia Commons.
Die Stadt ldenburg in Nord.deutschland
Grafik: Geograv / Wikimedia




Neulich war ich in der Stadt Oldenburg.
Sie ist in Norddeutschland.
Ein Freund von mir macht dort einen Kurs.
Wir gingen in ein Cafe.
Zwei andere Kurs·teilnehmer waren auch da.
Sie unterhielten sich:

A:
Kennst Du Ulm?

B:
Ja, ein bisschen.
Nicht sehr gut.
Aber ich bin in Süddeutschland aufgewachsen.
Ich war ein paar Mal in Ulm.
Warum fragst Du?

A:
Ich suche Arbeit.
Jetzt gibt es eine Stelle in Ulm.
Ich habe mich beworben,
und die haben mich eingeladen.
Ich habe bald ein Vorstellungsgespräch.
Aber eigentlich will ich die Stelle gar nicht.

B:
Huch! Warum?

A:
Wenn ich die Stelle bekomme,
muss ich nach Ulm ziehen.
Aber dort möchte ich nicht leben.

B:
Ja, ok... Ulm ist keine Großstadt.
Aber Oldenburg doch auch nicht!
Vielleicht gefällt es Dir.
Eigentlich ist es ganz nett da.




A:
Aber da sind diese Berge...
Alles ist so eng.



Berge (der Berg) am Hopfensee in den Alpen.
Foto: Gagu18 / Wikimedia Commons


B:
Mensch, das sind doch keine Berge!
Berge gibt es in den Alpen.
Bei Ulm, das sind – na ja – Hügel.




Die Stadt Ulm. Um Ulm herum sieht man grüne Hügel.
Foto: Johannes Glöggler und Daniel Mattes
www.imagebyvision.de / Wikimedia Commons


A:
Ich finde sie zu hoch.
Ich fühle mich dort eingesperrt.


B:
Das verstehe ich nicht.
Grüne Hügel sind doch schön!
Das ist doch besser als hier.
Hier ist alles flach.
Jedes hässliche Windrad sieht man schon von weitem.


Landschaft bei Pilsum in Norddeutschland.
Man sieht viele Wind
·räder (das Wndrad) Foto: Carschten / Wikimedia


B: (lacht) 
Und wir sehen schon am Morgen, wer am Mittag zu Besuch kommt!


A:
Ich finde die Landschaft hier nicht schön.
Eigentlich ist es gar keine Landschaft.
Es ist nur flach.
Das Auge findet nirgends Halt.

B:
Aber das ist doch das Schöne daran! 
Man kann so weit sehen! 
Nichts hält den Blick fest. 
Man hat ein Gefühl von Freiheit.

A:
Ich habe hier eher ein Gefühl von Haltlosigkeit.


...




Liebe Leute,


Solche Gespräche habe ich schon oft gehört.
Ist das nicht interessant?

Die Gegend, aus der wir kommen, prägt unser Raumgefühl.
In Süddeutschland gibt es Hügel und Berge.
Leute aus Süddeutschland fühlen sich in dieser Landschaft wohl.
Im Flach·land fühlen sie sich oft "komisch".
In Norddeutschland ist das Land flach.
Leute aus Norddeutschland fühlen sich im Flachland wohl.
Aber im Berg·land fühlen sie sich "eingesperrt".

Ich habe einen Trost für alle, die umziehen müssen: 
Man gewöhnt sich an eine andere Landschaft. 
Ich weiß das.
Ich komme nämlich aus dem Süden.
Für die Arbeit bin ich nach Norddeutschland gezogen.
Am Anfang fand ich die Landschaft nicht schön.
Aber jetzt gefällt sie mir sehr gut.




Wortliste
neulich = vor wenigen Tagen.
der Krs, -e = Unterricht für einige Wochen oder Monate. 
einen Krs machen = in einem Kurs etwas lernen.
der Teilnehmer, - = Person. Sie macht (bei einer Aktion oder in einem Kurs) mit.
aufwachsen = als Kind und Jugendliche(r) an einem Ort leben.
ein paar Mal = zwei oder drei Mal.
die Stlle, -n = der Arbeitsplatz.
sich bewrben, bewrb, bewrben = einen Brief schreiben. Darin steht, dass man eine Arbeit machen möchte.
einladen, lud ein, eingeladen = (Hier:) sagen, dass man kommen soll, damit beide Seiten sich knnen lernen.
das Vorstellungsgespräch, -e = Gespräch in einer Firma, wenn man eine Arbeit sucht.
eigentlich = wenn ich es genau sage/ wenn ich es so sage, wie es wirklich ist.
gar nicht = (Betonung:) nicht
Hch! oder Hch? = (das ruft man, wenn man überrascht ist.) 
ziehen, zog, gezogen =  (hier:) umziehen, an einem anderen Ort wohnen als vorher.
gnz ntt  = nicht sehr gut, aber gut.
ng = so, dass es nicht viel Platz gibt/ (Kleidung:) so, dass es zu klein ist.
Mnsch! = (das sagt oder ruft man, wenn man überrascht ist, oder wenn man denkt: Der andere macht einen Fehler.)
n ja =(ungefähr:) "warte. Ich muss nachdenken. Gleich sage ich es Dir genau."
der Hügel, - = Eine hohe Stelle in einer Landschaft.
einsperren = eine Person in ein Zimmer bringen und die Türe mit einem Schlüssel zu machen. Die Person kann nicht aus dem Zimmer gehen.
ich fühle mich ... = ich denke, dass ich ...bin. 
hässlich = so, dass es nicht schön aussieht.
man sieht es von weitem = es ist nicht nah, aber man sieht es schon.
die Lndschaft, en = die Form vom Land.
nirgends = an keinem Ort 
fsthalten, hielt fest, fstgehalten = mit der Hand etwas nehmen und nicht mehr loslassen.
der Hlt (nur Singular) =  (hier:) Etwas, woran man sich festhalten kann.
der Blck, -e = Aktion von den Augen.
das Gefühl, -e = Was das Herz spürt.
frei = so, dass man tun kann, was man will.

die Freiheit (nur Singular) = (Substantiv von "frei").
hltlos = so, dass man nicht fest und sicher steht.
die Hltlosigkeit = (Substantiv von "haltlos").
prägen, = bestimmen, wie es ist / eine Form geben.

das Raumgefühl = Das Gefühl, das man in einem Raum oder in einer Gegend hat.
ich fühle mich wohl = mir geht es gut. 
der Trost = Worte oder Handlungen, die machen, dass ein trauriger Mensch sich besser fühlt.
sich (an etwas (akk.)) gewöhnen = Auf eine Person oder Situation treffen, die man nicht kennt und anstrengend findet. Nach einer Zeit kennt man sie und kann gut damit leben.

 
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Ich freue mich über Ihre Kommentare.
Hier unten ist Platz: 🔽